Welche Arten von Boxsäcken gibt es?

Frau am BoxsackDer Boxsack wird vor allem von Boxern zum Aufbau von Kondition und Schlagkraft benutzt. Immer öfter findet der Boxsack jedoch auch im Breitensport, sogar in Fitnesscentern, Anwendung, da sie ideal sind um sowohl Kraft als auch Ausdauer aufzubauen. Schon längst haben Figurbewusste die Vorteile eines regelmäßigen Boxtrainings für sich entdeckt. Die gesamte Rumpfmuskulatur, angefangen von Brust, Rücken, Armen und vor allem Schultern wird gekräftigt und es wird vor allem Schnellkraft aufgebaut.

Am bekanntesten und beliebtesten ist wohl der übliche, länglich-zylindrische Boxsack. Dieser wird in der Regel mittels einer Kette an einem Stahlhaken an der Decke befestigt.

Die Ummantelungen des Boxsack können aus Leinen, Segeltuch, Kunstleder oder Leder bestehen. Am größten ist die Auswahl an Boxsäcken aus Leder. Zumeist wird Rindsleder benutzt. In der Regel ist die Trefferfläche zusätzlich verstärkt.

Bietet der heimische Keller nicht allzu viel Platz, kann man sogar einen Mini-Boxsack kaufen, der mit einer Länge von 50 cm, einem Durchmesser von 25 cm und einem Gewicht von 9 kg auch für kleinste Räumlichkeiten geeignet ist. Dieser Mini Boxsack ist äußerst preisgünstig zu erwerben. Die Preise liegen hier bei 40 Euro für die günstigsten Modelle.

Unterschiedliche Typen

Ein herkömmlicher Boxsack ist ungefähr 70 cm lang und hat einen Durchmesser von 30 cm bei einem Gewicht von 17 kg. Die Maße können variieren bis zu einer Länge von 90 cm, einem Durchmesser von 35 cm und einem Gewicht von 25 kg.

Weiterhin gibt es auch den speziellen Kick-Boxsack. Diese Art muss natürlich weiter zum Boden reichen als ein herkömmlicher Boxsack, damit man auch Fußkicks und Tritte damit üben kann. Kick-Boxsäcke kann man bis zu einer Länge von 180 cm bei einem Mindestdurchmesser von 35 cm erwerben. Das Gewicht ist dann natürlich erheblich höher und kann bis zu 45 – 50 kg reichen.

Bei einem traditionellen Boxsack genügen zur Aufhängung drei Ketten, bei Kick-Boxsäcken sollte man aufgrund des viel höheren Gewichts auf eine Aufhängung an vier Ketten achten. Der Preis kann hier bis zu 150 Euro betragen. Allgemein kann man sagen, dass ein Boxsack aus Leinen am günstigsten ist, gefolgt von den Boxsäcken aus Kunstleder und den Boxsäcken aus echtem Leder. Bei einem Boxsack aus echtem Leder kann der Preis weit über 300 Euro betragen bei herkömmlicher Größe.

Die Füllung

In der Regel wird der Boxsack bereits gefüllt versandt oder verkauft. Man kann jedoch auch ungefüllte Boxsäcke erwerben. Die Füllung besteht zumeist aus Stoffresten, Schaumstoff oder anderen Kunststoffen. Nur noch selten wird ein Boxsack mit der traditionellen Füllung aus Sand angeboten.

Eine absolute Neuheit ist der sogenannte „Waterbag„, also ein mit Wasser gefüllter Boxsack. Dadurch können keine harten Stellen oder Unebenheiten entstehen. Das Wasser fängt die Schläge und Tritte sanft ab, so dass Verletzungen und Verstauchungen so gut wie ausgeschlossen sind. Den Härtegrad und das Gewicht kann man einfach durch Zugeben oder Ablassen von Wasser selber erhöhen oder verringern.

Zum Trainieren von Aufwärts- und Körperhaken wird sogar der abgeschrägte Boxsack angeboten, sowie Boxsäcke, die quer aufgehängt werden und wie eine Tasche aussehen. Auch der birnenförmige, also in der Mitte nach innen gewölbte Boxsack erlaubt ein besonders effektives Uppercut- und Haken-Training.

Man kann neben der großen Auswahl an Bezugs-, Füllmaterialien und Formen sogar die Bezugsfarbe frei wählen. Besonders beliebt sind natürlich die Farben rot und schwarz. Es wird sogar ein Boxsack im Retro-Look angeboten, der an die Zeiten von Muhammad Ali erinnert.

Paddle Balls oder Boxbirnen

Mann an BoxbirneAls Boxsack werden aber auch Paddle Balls oder Boxbirnen bezeichnet. Dies sind kleine, birnenförmige Boxsäcke auf die der Boxer mit beiden Fäusten in rascher Abfolge abwechselnd einschlägt. Dieser Boxsack ist besonders geeignet zum Aufbau von Kondition, da der Boxer sich ständig in Bewegung befindet, sobald er die richtige Technik beherrscht. Die Technik zu erlernen ist besonders für Anfänger äußerst mühsam und bedarf hoher koordinativer Fähigkeiten.

Boxbirnen ermöglichen zusätzlich das Training von Ausweich- sowie Pendelbewegungen, da sie bei einem Schlag aufgrund des kurzen Abstandes zur Decke sehr schnell zurückprallen und der Boxer hier ausweichen muß. Bei diesem kleinen Boxsack besteht die Ummantelung meistens aus Leder. Wie bei einem großen Boxsack wird die Boxbirne an einem Stahlhaken an der Decke befestigt, manchmal auch über Aufhängeketten. Im Vergleich zu herkömmlichen Boxsäcken sind Boxbirnen natürlich sehr viel leichter. Sie wiegen nur etwa 12 kg.

Training an einem Boxsack

Eine Alternative zur traditionellen Aufhängung an der Decke bildet der Standboxball. Dabei ist die Boxbirne über eine Stange an einem Fußteil, das mit Sand oder Wasser gefüllt wird, am Boden angebracht. Dieser Boxsack ist in der Regel höhenverstellbar und mit einer Spiralfeder ausgestattet, die die Boxbirne rasch zurückschnellen lässt. Diese Trainingsmethode eignet sich hervorragend zur Verbesserung von Koordination und Reaktion. Dieses Standgerät ist auch mit einer länglichen Trefferfläche, ähnlich dem herkömmlichen Boxsack, zu erwerben.

Vor dem Training an einem Boxsack sollten Ungeübte zwingend eine Einführung oder besser noch einige Trainingseinheiten im Boxclub mitmachen, um die richtige Schlagtechnik zu erlernen und einen festen Stand zu entwickeln. Als Ungeübter sollte man langsam mit dem Training beginnen, um die Handgelenke an die Belastung zu gewöhnen. Besonders hoch ist die Verletzungsgefahr, wenn die richtige Schlagtechnik nicht beherrscht wird. Zudem sollte man sich bei regelmäßigem Training an einem Boxsack auch Boxhandschuhe zulegen, um effektiv trainieren zu können und am besten die Handgelenke bandagieren um sie so zu stabilisieren. Vor dem Kauf eines Boxsacks sollte man sich bei dieser ungeheuren Produktvielfalt zudem ausführlich beraten lassen um dann erfolgreich und hoffentlich verletzungsfrei das Training starten zu können.